Als Gebärdensprachdolmetscherin dolmetsche ich simultan (gleichzeitig und ohne Zeitverlust) zwischen einer gesprochenen Sprache (ZB: Deutsch bzw. im Ausnahmefall auch Englisch) und der österreichischen Gebärdensprache.

Meine Arbeit umfasst das Dolmetschen für hörende und gehörlose Personen in den unterschiedlichsten Situationen. Meistens dolmetsche ich direkt vor Ort. Ich übernehme aber auch Dolmetschungen per Telefon oder Videotelefonie.

Dauert ein Termin voraussichtlich länger als 1,5 h arbeiten Gebärdensprachdolmetscher*innen die gesamte Zeit zu zweit im Team. So wird die hohe Konzentration über lange Zeit beibehalten und sichergestellt, dass nicht durch Ermüdung und fehlende Aufmerksamkeit wichtige Informationen überhört bzw. übersehen werden. Besonders bei anspruchsvollen Terminen kann es auch sinnvoll sein, bereits für kürzere Termine eine Teamdolmetschung zu planen.

Die Bezahlung von Gebärdensprachdolmetscher*innen ist von Situation zu Situation unterschiedlich geregelt und hängt von diversen Rahmenbedingungen ab. Gebärdensprachdolmetscher*innen werden zum Teil von der öffentlichen Hand (ZB: Sozialministeriumservice, Landesregierungen, Magistrat, Bezirkshauptmannschaft usw.) oder von privaten oder öffentlichen Organisationen (ZB: Krankenhäuser) bezahlt. Die Regelungen sind sehr vielfältig und kompliziert. Ich bin Ihnen gerne bei der Klärung der Kostenübernahme behilflich.

Mehr Informationen zum Berufsbild Gebärdensprachdolmetschen finden Sie auf der Webseite des ÖGSDV: www.oegsdv.at

 

Österreichische Gebärdensprache

Die österreichische Gebärdensprache ist seit 2005 als eigenständige Sprache anerkannt. Sie verfügt über eine eigene Grammatik und ist eine linguistisch vollwertige und natürliche Sprache. Wie in allen gesprochenen Sprachen, gibt es auch in der österreichischen Gebärdensprache regionale Dialekte und Generationsunterschiede.

Gehörlosigkeit

Menschen mit Hörschädigung, die bevorzugt in Gebärdensprache kommunizieren, beschreibt man korrekt mit den Begriffen „gehörlos“ oder „taub“. Die Bezeichnung „taubstumm“ ist veraltet und sollte nicht mehr verwendet werden. In Österreich gibt es ca. 450.000 Menschen, die eine Hörbeeinträchtigung haben. Ungefähr 8.000 bis 10.000 davon sind gehörlos. Für sie ist die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) ihre Muttersprache und die Gehörlosenkultur sehr wichtig.

Mehr Informationen zu den Themen Gebärdensprache und Gehörlosigkeit finden Sie hier:

Österreichischer Gehörlosenbund
www.oeglb.at

Landesverband der Gehörlosenvereine OÖ
www.gehoerlos-ooe.at
(Hier finden Sie auch Informationen zu Gebärdensprachkursen in OÖ)

Gebärdenwelt – Nachrichten in österreichischer Gebärdensprache
www.gebaerdenwelt.tv